Arthur Buchholz ([info]afrikanews) wrote,
@ 2007-01-12 14:49:00
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Heftige Kämpfe in Somalia
Mindestens drei Menschen sind umgekommen, als es außerhalb des Presidentenpalastes in der Hauptstadt Mogadischu zu schweren Schusswechseln zwischen Milizen und Regierungstruppen kam.


Der Kampf, bei dem auch eine Panzerabwehrrakete abgeschossen wurde, entbrannte darüber, wo ein Militärfahrzeug abgestellt werden sollte.

Im Palast saßen zu dem Zeitpunkt eine Gruppe von lokalen Warlords zu Gesprächen mit dem Presidenten zusammen.

Die Kriegsherren und President Abdullahi Yusuf kehrten in die Hauptstadt zurück, nachdem die islamischen Rebellen vertrieben worden waren.

Auseinandersetzungen wie diese zwischen rivalisierenden Warlords waren in den letzen 15 Jahren der Rechtlosigkeit in Somalia an der Tagesordnung.

Nach der Einnahme Mogadischus durch die Vereinigung der Islamischen Gerichte (UIC) und der Vertreibung der Kriegsherren im Juni letzen Jahres kam es zu einer Entmilitarisierung der Stadt - eine Entwicklung, die viele Einwohner begrüssten.

Die Regierung konnte mit Hilfe der äthiopischen Armee die Islamisten in den vergangenen Wochen verjagen.

Die Islamisten dementierten, sie würden Al-Qaeda-Anführern Unterschlupf gewähren, die mehrere Anschläge in Ostafrika verübten.


Luftangriffe verurteilt

Die Regierung von Djibouti, die eine große US-amerikanische Anti-Terror-Basis unterhält, verurteilte die Angriffe, die in dieser Woche gegen das benachbarte Somalia geflogen worden sind.

Außenminister Mahmound Ali Youssouf erklärte der BBC, der Angriff war "kontraproduktiv" für die Erreichung des Friedens.

Er sagte, die Regierung wäre im Vorfeld nicht über die Operationen informiert worden, die am Montag von der US-Basis in Djibouti aus geführt wurden.

Die USA sagten, Ziele seinen Al-Qaeda-Kämpfer gewesen, diese seien jedoch nicht getroffen worden.

Somalias Interimsregierung unterstützte die Luftangriffe, bei denen nach US-Angaben somalische Kämpfer getötet wurden, die mit der Terrorgruppe in Verbindung standen.

Tote sind gerechtfertigt

Minister Mahmoud erklärte, seine Regierung sei sehr besorgt über Berichte von somalischen Opfern. Die vergangenen Interventionen aus dem Ausland in Somalia haben nicht zum gewünschten Ziel geführt.

Dies ist eine Anspielung auf den Einsatz von US-Truppen in Somalia 1992 bis 1994, der mit einem Rückzug der Armee und 18 toten amerikanischen Soldaten endete.

Die 1.500 Mann starke "U.S. Combined Joint Task Force - Horn of Africa" wurde nach den Anschlägen auf das World Trade Center 2001 eingerichtet.

Die USA ist schon lange der Überzeugung, daß die Anschläge von 1998 auf ostafrikanische Botschaften und die Anschläge auf israelische Ziele in Kenia von Somalia aus geplant wurden.

Die drei Hauptverdächtigen für diese Anschläge - Fazul Abdullah Mohammed von den Komoren, Saleh Ali Saleh Nabhan aus Kenia und der Sudanese Abu Taha al-Sudani - sollen die Anschläge dieser Woche überlebt haben, heißt es.

Somalische Behörden verlautbarten, Fazul Abdullah Mohammed sei ums Leben gekommen. Die USA bieten 5 Millionen Dollar für seine Festnahme.

Der amerikanische Botschafter für Kenia und Somalia Michael Ranneberger dementierte Berichte, nach denen auch Zivilisten bei den Angriffen getötet wurden.

Der stellvertretende somalische Premierminister Hussein Aideed sprach dennoch davon, daß der Tod der Zivilisten während der Angriffe gerechtfertigt war, um die Verbindung der verjagten Union der Islamischen Gerichte mit der Al-Qaeda zu unterbrechen, die sonst Somalia weiter bedroht und auch Kenia und Äthiopien angegriffen hätte.

Einwohner der Stadt Afmanow und Ras Kamboni berichteten von weiteren Attacken am Dienstag und Mittwoch, Botschafter Ranneberger erklärte, diese seien nicht von US-Truppen ausgeführt worden.

In anderen Berichten heißt es, äthiopische MiG-Maschinen und Kampfhubschrauber, die nahe der Stadt Kismayo gesichtet worden sind, seinen beteiligt gewesen.

Hilfsorganisationen melden, das über 1.000 Menschen seit dem Aufflammen der Kämpfe im Dezember verletzt worden sind.

Es gebe im Moment jedoch keine verlässlichen Informationen darüber,  wieviele Menschen bei den Kämpfen im Süden ums Leben gekommen sind.

Korrespondenten sagen, die Situation im Süden sei schwer einzuschätzen, die Kommunikationswege sind gestört.

Quelle: BBC




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